Heike Kloppenburg

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Spielbank-Gäste zum Falschspiel animiert?

Quelle: Westfalenblatt, 21.11.2008

Ein Stammgast des Spielcasinos Bad Oeynhausen hat ausgesagt, Croupiers hätten mit ihm eine Vereinbarung getroffen: Er sollte beim Roulette auf bestimmte Zahlen setzen, der Gewinn sollte dann geteilt werden.

Von Christian Althoff

Bad Oeynhausen (WB). Falsches Spiel am Roulettetisch? Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen Croupiers des Spielcasinos Bad Oeynhausen.

»Wir stehen noch am Anfang des Verfahrens und können nicht einschätzen, ob sich der Vorwurf erhärten lässt«, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart am Donnerstag. Er erklärte, die Ermittlungen gingen auf die Anzeige eines Spielers zurück, der nach eigenen Angaben im Laufe der Jahre 117 000 Euro in Oeynhausen verloren habe.

Der Mann war regelmäßig Gast im Spielcasino und hat zu Protokoll gegeben, er sei im Mai 2006 von einem Croupier auf seine Verluste angesprochen worden. Der Croupier soll ihm erklärt haben, man könne »das ändern«, und habe ihn für den nächsten Tag zu einem Gespräch eingeladen. Dabei soll eine Vereinbarung getroffen worden sein. Nach Angaben des Spielers habe ihm der Croupier geraten, bei seinen Besuchen auf eine bestimmte Geste der Croupiers zu achten und dann auf eine bestimmte Zahl sowie die jeweils zwei benachbarten Zahlen zu setzen. Die Gewinne sollten geteilt werden. Der Croupier soll ihm gesagt haben, solche Absprachen gebe es auch mit anderen Spielern.

Der Mann will auf die Vereinbarung eingegangen sein und nahezu täglich gespielt haben. Er hat ausgesagt, unter dem Strich verloren zu haben - in zweieinhalb Jahren etwa 117 000 Euro. In seiner Strafanzeige listet der Spieler die Namen von sechs Casinomitarbeitern und einer Mitarbeiterin auf, mit denen er darüber gesprochen haben will, dass die Vereinbarung »nicht funktioniere«. Ihm sei aber versichert worden, dass man das »schon hinkriege«. Doch es sei bei den Verlusten geblieben. Oberstaatsanwalt Baumgart: »Der Mann nimmt an, dass man ihm das angebliche Falschspiel nur vorgeschlagen hat, um ihn bei Laune und am Spieltisch zu halten.« Man habe inzwischen eine Bekannte des Spielers vernommen, die bei einigen Gesprächen im Casino dabei gewesen sei. »Sie hat die Angaben des Spielers im Wesentlichen bestätigt.« Mitarbeiter des Casinos seien aber noch nicht befragt worden, sagte Baumgart.

Die Westspiel-Gruppe (Duisburg), die das Spielcasino Bad Oeynhausen betreibt, will zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen. Sprecherin Katrin Koch: »Zu diesem Fall äußern wir uns nicht.« Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht (Herford), hält die Vorwürfe des Spielers »zumindest nicht für ausgeschlossen«. Denn vor einiger Zeit habe sich bereits ein anderer Spieler an den Fachverband gewandt, der ähnliche Angaben gemacht habe. Er habe vor allem in Bad Oeynhausen und Hannover gespielt.

Westspiel, eine Tochter der West-LB, betreibt sieben Spielbanken, die im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Millionen Besucher zählten. Westspiel machte 2007 einen Gewinn von 191 Millionen Euro, wovon 142 Millionen als Spielbankabgabe an Städte und Bundesländer flossen. Die Casinos haben große Umsatzeinbrüche, da immer mehr Spieler im Internet Geld setzen. In den ersten sechs Monaten des Jahres sanken die Besucherzahlen in den vier NRW-Casinos Bad Oeynhausen, Dortmund, Duisburg und Aachen um 18 Prozent, für die zweite Jahreshälfte wird wegen des Rauchverbotes eine noch schlechtere Entwicklung erwartet.

www.gluecksspielsucht.de

www.westspiel.de