Heike Kloppenburg

(ehemals Knigge)

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Sozialrecht

Heike Kloppenburg
Kreishaustr. 13
32051 Herford
Telefon: 05221 - 6 99 98 97
Telefax: 05221 - 6 99 98 87 info@HeikeKnigge.de

Vertretungsbefugt an allen Amts-, Land-, und Oberlandesgerichten

Spielsucht: Klage um Casino-Zugang / Fachverband Glücksspielsucht will gegen Spielbanken angehen

Medium: WDR
Datum: 31.07.2007

Mit einem Antrag auf Spielsperre können sich Spielsüchtige selbst vor ihrer Sucht schützen. In Spielcasinos werden die Süchtigen dann nicht mehr zu den Tischspielen zugelassen. Das Landgericht Münster soll jetzt entscheiden, ob die Sperre auch für das Automatenspiel gelten kann.

Keine Kontrolle an Automaten
Mit den Zugangskontrollen für Spielsüchtige in Casinos muss sich das Gericht am Dienstag (31.07.07) befassen. Der Fachverband Glücksspielsucht mit Sitz in Herford will durchsetzen, dass die Westdeutsche Spielbankgesellschaft ihre Personenkontrollen künftig auch auf das Automatenspiel ausweitet.

Während nämlich Spielerkontrollen an den Tischspielen einer Spielbank vorgeschrieben seien, könnten Spieler im selben Casino hingegen unbehelligt an dort aufgestellten Automaten zocken. "Das muss sich ändern", fordert Ilona Füchtenschnieder vom Fachverband Glücksspielsucht. Immerhin 70 bis 80 Prozent der Erträge deutscher Spielbanken, stammten aus den Automaten. "Diese Automaten haben eine unglaubliche Potenz. Da können Sie binnen Sekunden ihr Geld verlieren und keiner sieht hin. Automaten haben weder ein Gewissen noch einen Betriebsrat."

400.000 Spieler sind süchtig

Ilona Füchtenschnieder
Wer sich als Spieler freiwillig hat sperren lassen und trotzdem in einer Spielbank zugelassen wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen das verspielte Geld zurückfordern. Den Spielbanken aber wirft der Verband vor, sich mit einem Trick zu schützen. "Mit trickreichen Klauseln in den Sperrverträgen wird die Sperre seitens der Spielbanken kurzerhand in ein Hausverbot für die Spieler umgewandelt. So macht sich der Spieler schon strafbar, wenn er nur das Casino betritt. Die Spieler werden so kriminalisiert. Die Sperre aber, die eigentlich die Spieler schützen soll, schützt dann nur die Bank."

Andererseits aber, so glaubt Ilona Füchtenschnieder, wollten sich die Casinos vor schärferen Kontrollen drücken, weil sie ihre besten Kunden nicht verlieren wollen. 400.000 Spielsüchtige, so schätzt der Verband, gäbe es in Deutschland. Davon allein 90.000 in NRW. Rund 30.000 Spielsüchtige in Deutschland seien gesperrt. Mit der Klage will der Verband die entsprechenden Vertragsklauseln ändern lassen.

Die Westdeutsche Spielbankgesellschaft wollte sich auf Nachfrage von WDR.de nicht zu der Klage äußern, die nun vor dem Landgericht in Münster verhandelt wird. Gegebenfalls könne es schon am Dienstag (31.07.07) eine abschließende erstinstanzliche Entscheidung geben, so Gerichtssprecher Benedikt Vieth.

Stand: 31.07.2007, 06:00 Uhr

--------------------------------------------------------------------------------
Mehr zum Thema
WDR: Spielsüchtige bekommen Verlust zurück
BGH stärkt Schutz von Spielsüchtigen in Casinos (15.12.06) WDR: "Der Spielerschutz steckt in den Kinderschuhen"
Fachverband Glücksspielsucht: BGH-Urteil nur erster Schritt (15.12.06) WWW: Hinweise zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen
Homepage des Fachverband Glücksspielsucht e.V.